Haeute – Interview Alexia Hampel, Claus Haas

Haeute – Interview Alexia Hampel, Claus Haas

Eigentlich wollte Marion, nur eine coole Tasche, die nicht jeder hat. Also machte sie sich ihre eigene. Doch als sie Ihre erste Tornister-Tasche vor mehr als zehn Jahren in die Öffentlichkeit führte, wollten sie plötzlich auch andere. Ihr Lebenspartner hat in ihrer Idee Potenzial gesehen und mit ihr zusammen ein Unternehmen aufgebaut. Eine unbeabsichtigte Erfolgsgeschichte…

Viel Spaß beim Lesen des Interviews mit Marions Lebensgefährten Claus Haas über ihr gemeinsames Unternehmen!

Wie seid ihr denn auf den Namen ,,Haeute – die Lederwerkstatt“ gekommen?

Ja, wir verarbeiten Häute. Jede Menge Lederhäute. Tagtäglich. Und das war sehr naheliegend und vor 10 Jahren war diese Klartextnamensgebung – naheliegend – gut. Fanden wir sehr cool. Mittlerweile ist es zu mindestens ein wenig makaber. Aber es polarisiert und damit funktioniert es noch immer ganz gut. Unterstützt so ein bisschen die Eigenständigkeit, die wir vertreten.

Achtet ihr auf das Thema Nachhaltigkeit?

Klar! Wir produzieren in Deutschland mit hiesigen Angestellten. Wir kaufen Leder aus zertifizierten Gerbereien. Also; zertifiziert heißt in dem Kontext: Zertifiziert mit Blick auf Umweltschutz und Arbeitnehmerschutz. Das sind EU-Richtlinien, die sind weltweit – kann man sagen – die strengsten Richtlinien der Lederbranche. Da halten wir uns dran. Ansonsten; wir versuchen, alles so gut zu machen, wie wir können.

Wo soll es mit eurem Label hingehen? Was sind eure Hoffnungen und Wünsche für die Zukunft?

Nun, wir leben davon und das nicht schlecht. Und das kann auch gern so bleiben. Wir würden jetzt ganz gerne wieder mehr in die Gestaltung rutschen. Dafür haben wir nämlich durch den Aufbau der ganzen Werkstatt wenig Zeit für gehabt. Und unsere eigentlichen Stärken liegen eher in der Gestaltung als, sagen wir mal, in der Produktion selbst . Das ist eine, sagen wir mal, strategische Ausrichtung letzten Endes. Wir sind bescheiden, solange es läuft. Sagen wir es so. wir werden nicht die Welt erobern. Aber wir machen natürlich ernsthaft hochwertige Produkte.

Was unterscheidet euch von anderen Lederherstellern und Taschenherstellern?

Zum Einen sind wir sehr individuell. Einfach weil wir, sagen wir mal, die Produkttypen mit allen möglichen verschiedenen Farben irgendwie kombinieren können oder herstellen können. Wir sind Leute, die ein Einzelstückkonzept anbieten, das als solches auch genutzt wird. Passt ja irgendwie auch ganz gut in die Zeit. Dann unterschieden wir uns durch einen gewissen Designanspruch. Also dadurch, dass wir in Deutschland fertigen, sind wir sehr reduziert, um die Arbeitszeit zu minimieren. Wir verarbeiten zum Beispiel weder Futterstoffe noch andere Verschleißteile wie Arbeit mit offenen Nähten. Wir sind sehr pur, würde ich sagen. Das ist schon eine recht klare Sprache. Vereint auch das gesamte Portfolio von uns.

Die vegane Mode wird heutzutage ja immer aktueller und viele Leute tendieren dazu, kein Leder mehr zu nutzen. Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, eine Lederalternative anzubieten?

Ja, haben wir drüber nachgedacht. Also ich bin da stark dagegen, weil ich den Hype für ein bisschen übertrieben halte. Es ist halt nur ein Hype. Ich finde es grundsätzlich gut, wenn Gesellschaft sich ein bisschen kritischer verhält. Aber letzten Endes hat Leder durchaus eine Daseinsberechtigung oder eine Nutzungsberechtigung. Es ist halt ein, ja, wie soll man sagen, unerreichbarer Hightechrohstoff nach wie vor, der auch auf einer ganz anderen Ebene Ästhetik entwickelt. Also das, was tatsächlich persönlich nachher ein Accessoire werden lässt. Wir sind halt nicht diejenigen, die sich auf so einen Fashionzyklus einlassen. Wir wollen eigentlich Lieblingsstücke anbieten, die natürlich auch nicht nur eine Saison halten, sondern dem Nutzer irgendwie so ein bisschen an Leib, ans Herz wachsen. Das können wir.

Und trägst du eure Produkte auch privat?

Ja, sehr gern sogar. Also ich hab den coolsten Geldbeutel, den es gibt, den coolsten Rucksack, den coolsten Gürtel. Ja, also das schon.

Und was ist dein absolutes Lieblingsprodukt?

Der Rucksack! ,,BOKKA“ heißt er. Ja, der ist sehr sehr sehr gut und der Geldbeutel ist auch super. Ja, wir machen tolle Sachen.

Ja, wie bist du denn zu dem Label gekommen? Du führst es ja mit deiner Partnerin zusammen.

Ja, ganz genau. Ich habe die Marion auf einer Party kennengelernt und sie hat damals schon die Tornister-Taschen über Kunsthandwerkermärkte verkauft und mir war alles egal, die waren halt niedlich. Ich selbst war im Studium und habe Architektur studiert und zuerst war die Frau natürlich interessant. Irgendwann habe ich ihr dann ein bisschen geholfen und dann kam eins zum anderen und wir haben irgendwann, als ich merkte, da ist echt Potenzial drin, gesagt: ,,Okay, wenn wir dieses und jenes Ziel zusammen erreichen, dann versuchen wir das zusammen zu machen.“ Dann haben wir eine Veranstaltung zusammen vorbereitet und haben das Ziel auch leicht gerissen und dann war klar, dann versucht man es. Und seitdem haben diesen Betrieb aufgebaut und eine Familie nebenher.

Arbeiten eure Kinder auch im Betrieb?

Ja klar, mit 5. Sie können schon verpacken. 😉 Ne, ne noch nicht. Sie sind mentale Stützen. Die sind noch gut abgeschirmt und sie leiden nicht allzu sehr unter unserer Selbstständigkeit. Also, es geht allen gut soweit.

https://haeute.info/

 

HAEUTE
Klatt & Haas GbR
Mühlbachgasse 2
D – 87629 Füssen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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