Urban Outdoor: Funktionskleidung für den Stadtmensch geht auch nachhaltig

Urban Outdoor: Funktionskleidung für den Stadtmensch geht auch nachhaltig

Asphaltrealität trifft Abenteuerromantik. Von New York über Tokio nach Berlin: Weltweit werden Kleidung aus funktionalen Materialien und Accessoires mit Outdoorappeal von einer modeaffinen Zielgruppe stilsicher in Szene gesetzt. Urban Outdoor heißt dieser globale Fashiontrend. Dass der auch nachhaltig geht, zeigen der Greenshowroom und die Ethical Fashion Show Berlin sowie die neue Konferenz der Messe Frankfurt, die FashionSustain unter dem Motto „Run for Circularity“, vom 16. bis 18. Januar 2018 im Kraftwerk Berlin.

Grüner Großstadtdschungel

Die Regenjacke wird zum Begleiter auf dem Rennrad beim täglichen Weg ins Büro, genauso wie der Windbreaker zum Business-Kostüm und High Heels kombiniert wird. Es ist insbesondere eine junge und vor allem großstädtische Zielgruppe, die einen Hype um Outfits kreiert hat, die einstmals Vollblutsportlern vorbehalten waren. Stets geht es dabei um das Spiel mit dem stilistischen Bruch: Statt sich von Kopf bis Fuß in Funktionsstoffe einzukleiden, brechen die Träger ein stimmiges Outfit an einer Stelle wie zufällig auf und holen damit Naturnähe und Freiheitsgefühl in den urbanen Alltag.

 

„In den letzten 10 bis 15 Jahren haben sich der Outdoor- und Fashion-Bereich stark angenähert, zum Teil auch gegenseitig inspiriert. Das sieht man in den überschneidenden Produktsortimenten der beiden Branchen und natürlich auch im alltäglichen Stadtbild. In den letzten Jahren definitiv ein stark wachsendes Feld“, sagt Antje von Dewitz, Geschäftsführerin der Vaude Sport GmbH Co. KG. „Auch Menschen jenseits des Bergsports haben für sich erkannt, dass die Funktionalität und der Komfort von Outdoorbekleidung auch im Alltag einen Mehrwert darstellen. Dazu kommt, dass die Felder des Berufs- und Privatleben immer fließender ineinander übergreifen.“

 

Neben der Performance der Kleidung spielt ein Faktor eine immer bedeutendere Rolle: ökologische und faire Produktion. Hohe Aufmerksamkeit erfahren aktuell insbesondere innovative Materialien, die zum einen konsequent nachhaltig produziert und zum anderen für funktionale Urban Outdoor-Fashion geeignet sind.

 

Grüne Vorreiter

Deutsche Labels wie Vaude, bleed, Langer Chen oder Nat-2, die im Greenshowroom und auf der Ethical Fashion Berlin ausstellen, forschen stetig auf diesem Gebiet. Sie produzieren PFC-frei und arbeiten mit selbstentwickelten Membranalternativen, die auf den Einsatz von PTFE verzichten. Teilweise sind sie Pioniere in der Umsetzung zukunftsorientierter Konzepte der Kreislaufwirtschaft und des Recyclings. Vaude etwa zeigt auf der Ethical Fashion Show Berlin erstmals eine neue Kollektion, die zu rund 90 % biobasiert, recycelt oder aus reinen Naturmaterialien hergestellt ist.

 

„Wir entwickeln seit Jahren nachhaltige und natürliche Stoffe mit Funktion und verbessern sie laufend. Für unsere neueste Kollektion haben wir ein All Natural Jacket entwickelt – einen Outdoor Parka, ganz aus Naturfasern. Er besteht aus unserem neuen High Density Organic Cotton Popelin und einem Pure Wool Padding. Unser Ziel ist es, synthetische Fasern künftig noch mehr zu reduzieren und die Belastung der Meere durch Mikroplastik zu verringern“, so Philipp Langer, Geschäftsführer Langer Chen.

 

bleed kündigen an, zum 10-jährigen Jubiläum in der Saison 2018/19 eine Kollektion bestehend aus ihren Bestsellern in Neuauflage und neuen Styles zu präsentieren. Von klimakompensierten, recycelten, sortenreinen und schadstofffreien Funktionsjacken für jedes Winterwetter über warmen Strick aus Biobaumwolle und funktionalen First Layern aus Tencel zählen dazu weitere Styles und Accessoires.

„Zeitlose Designs, hochwertige und ökologische Materialien, qualitativ und tierleidfrei unter fairen Bedingungen verarbeitet – das sind die wichtigsten Aspekte für die Sport- und Streetwearstyles von bleed. Mit unseren urban- und outdoortauglichen Produkten möchten wir zeigen, dass es auch anders geht“, so Lena Grimm, verantwortlich für Design & Productmanagement bei bleed.

 

Die Entwicklung innovativer, nachhaltiger Stoffe, Membranen und Zutaten wird für Outdoormarken immer wichtiger. Dabei hat sich das Segment und mit ihm einige der klassischen Marken schon längst von den Outdoor-Läden emanzipiert und sind darüber hinaus in den Modehandel gewachsen. Nachhaltige Urban Outerwear ist ein Boomsegment. Darin spiegelt sich ein Trend wider, den das Marktforschungsinstitut GfK[1] bereits in einer Studie aus dem Jahr 2014 prognostizierte. Demnach gaben nur 35% der Befragten an, dass der Markennamen beim Kauf von Outdoor-Bekleidung den Ausschlag gibt, während die Kaufentscheidung für die Mehrheit der Befragten durch die verwendeten Textilien oder von den Labels eingesetzte Ingredient Brands determiniert wird.

 

Vom Performancedogma zur nachhaltigen Produktion

Woher kommt diese Entwicklung? Der Aufstieg der bis heute erfolgreichen Outdoor- und Sportswearmarken in den späten 70er und frühen 80er Jahren ist vor allem mit dem Synonym „Performance“ verbunden. Messbare Produkteigenschaften wie Wassersäule und Atmungsaktivität waren lange Zeit die ausschlaggebenden Punkte, die für den Kauf entscheidend waren. Diese Eigenschaften sind in den meisten Fällen jedoch mit Verfahren erzielt worden, die aus Umweltperspektive umstritten sind. Viele Outdoorprodukte werden aus erdölbasierten Kunstfasern wie Polyester, Polyamid oder Acryl hergestellt. Die besten Resultate hinsichtlich Wasserdichte und Atmungsaktivität wiederum lassen sich mit umstrittenen Membrantechnologien und Ausrüstungen erzielen, wie etwa der Verwendung von PFCs.

 

Spätestens seit Greenpeace mit der Kampagne Detox die Bühne betreten hat, Mikroplastik in den Ozeanen zu einem medial diskutierten Thema und bioakkumulative – also sich über die Nahrungskette anreichernde – PFCs in Eisbären nachgewiesen wurden, haben sich viele Outdoormarken einem Paradigmenwechsel und einer Abkehr von ihrem Performancedogma verpflichtet.

 

Nachhaltige Urban Outdoor auf der Ethical Fashion Show Berlin und im Greenshowroom

Eine ganze Menge Funktionslabels verzichten bereits seit vielen Jahren bewusst auf die letzten Millimeter Wassersäule oder haben die Entwicklung und Verbesserung umweltschonender Membrantechnologien und Ausrüstungen sogar in ihrem Unternehmensziel verankert. Eine Auswahl nachhaltiger Urban Outdoor-Labels präsentiert sich im Rahmen der kommenden Berlin Fashion Week vom 16. bis 18. Januar 2018 im Kraftwerk Berlin den Fachbesuchern. Materialienauswahl, Produktionsweisen und Markenphilosophien der dort gezeigten Marken stehen im Einklang mit den hohen ökologischen und sozialen Standards, die Ethical Fashion Show Berlin und Greenshowroom für eine Teilnahme als obligatorisch voraussetzen. Höhepunkt beider Messen ist unter anderem die Catwalk-Show am Abend des Mittwoch, 17. Januar.

 

Am Mittwoch thematisiert zudem die parallele, öffentlich zugängliche und mit internationalen Entscheidungsträgern der Mode- und Sportswearbranche hochkarätig besetzte Konferenz FashionSustain Berlin im Kraftwerk Nachhaltigkeit im Bereich Outdoor. Unter dem Motto „Run for Circularity“ zeigen und diskutieren Marken, Entwickler, Innovatoren, Hersteller und Forscher, wie nachhaltige Modetechniken die Bereiche Athleisure-, Outdoor-, Sport- und Funktionsbekleidung verändern.

 

Hintergrundinformation Messe Frankfurt

Messe Frankfurt ist der weltweit größte Messe-, Kongress und Eventveranstalter mit eigenem Gelände. Mehr als 2.300 Mitarbeiter an rund 30 Standorten erwirtschaften einen Jahresumsatz von annähernd 647 Millionen Euro. Mittels tiefgreifender Vernetzung mit den Branchen und einem internationalen Vertriebsnetz unterstützt die Unternehmensgruppe effizient die Geschäftsinteressen ihrer Kunden. Ein umfassendes Dienstleistungsangebot – onsite und online – gewährleistet Kunden weltweit eine gleichbleibend hohe Qualität und Flexibilität bei der Planung, Organisation und Durchführung ihrer Veranstaltung. Die Servicepalette reicht dabei von der Geländevermietung über Messebau, Marketingdienstleistungen bis hin zu Personaldienstleistungen und Gastronomie. Hauptsitz des Unternehmens ist Frankfurt am Main. Anteilseigner sind die Stadt Frankfurt mit 60 Prozent und das Land Hessen mit 40 Prozent.

Weitere Informationen:

www.messefrankfurt.com  |  www.congressfrankfurt.de  |  www.festhalle.de

[1] GFK Textilnews April 2015

 

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