Eine Messe sagt ab

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Wenige Tage vor dem geplanten Datum wurde die „What about Shoes“ Messe abgesagt. Damit zeigt sich einmal mehr, in welch heftigem Umbruch sich die Berliner Modemessen befinden.

Die „Shoes“ Macher sprechen von einer Verschiebung, eine Beschönigung, die gerade angesichts der Kurzfristigkeit dieses Storno keinen Sand in die Augen zu streuen vermag. Zur Begründung werden, einmal mehr, Verunsicherung seitens der Aussteller und die immer heftiger spürbaren Auswirkungen des E-Commerce genannt. Unweigerlich denkt man an die Rückkehr der BBB nach Barcelona, argumentatorisch sehr verwandt erläutert, und die Termindiskussionen über die bevorstehenden Messen, die nach den Sommerschauen entstand, über beides haben wir ausführlich berichtet.

Bei der „Shoes“ denkt man nun auch darüber nach, Teil der Fashion Week zu werden. Der Reiz einer solchen Vorverlegung -geplant waren eigentlich Termine im Februar und August- ist offensichtlich, man hofft, vom großen Kuchen der Besucherschar mehr abzubekommen und damit für die eigene Klientel attraktiver zu werden.

Ein nochmaliges Nachdenken sei den jungen Messechefs aber empfohlen: bei der ersten „Shoes“ war es ausgesprochen angenehm, nicht auf einer von einem Dutzend Messen zu sein, sondern sich in Ruhe und mit einem ganzen Tag Zeit (in unserem Fall) mit dem Thema Schuhe auseinandersetzen zu können. Wie der Besuch hingegen bei einer gleichzeitigen Veranstaltung ausgesehen hätte, wenn Premium und Panorama und all die anderen auch Aufmerksamkeit heischen, das ist leicht vorzustellen.

Es bleibt also bei den hoch bewegten Zeiten für das Thema Mode und Messen in Berlin. Neben Profiteuren gibt es immer auch Verlierer. Das Team der What about Shoes hätte es nach der gelungenen Auftaktveranstaltung verdient, nicht -und schon gar nicht so schnell- unter die Räder zu kommen. Man kann nur eine gute Hand für die zu treffenden Entscheidungen wünschen.

Frank B. Halfar für europefashion berlin

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