Dorothee Schumacher S/S 2015

Ihre erste Kollektion vor 25 Jahren bestand aus exklusiven, femininen Tops mit Satinkanten und Schleifen. Woher kam in Zeiten des Powerdressings der Mut zu dieser kleinen Revolution? Ich habe einfach nicht verstanden, warum Frauen ihre Weiblichkeit versteckten. Natürlich hatte ich in den Achtzigern auch Sakkos mit breiten Schulterpolstern an. Aber niemals mit gestärkter, strenger Bluse. Also habe ich versucht, diesen Stil, der den Männern nacheiferte, mit weiblichen Details zu durchbrechen. So wurde das Spiel mit der Weiblichkeit zu meinem Business-Modell.

Heute entwerfen Sie längst eine ganze Kollektion, oder wie Caroline Issa es formulierte: Ihre Kollektion ist wie der perfekte Kleiderschrank einer modernen Frau. Was muss er enthalten? Es geht nicht darum, alles zu besitzen. Viel wichtiger ist, dass Kleider Frauen berühren. Kopf, Herz und Kleid müssen
eine Einheit sein! Nur dann kann eine Frau sich sicher fühlen und ihre eigene Persönlichkeit ausdrücken. Dann berührt sie auch andere. Eine komplizierte Silhouette überzustülpen, weil das angesagt ist, engt nur ein. Jedes Kleidungsstück muss eine Frau weiterbringen.

Welche Art Frau macht Sie glücklich, wenn Sie sie in Dorothee Schumacher sehen?
Das lässt sich an keinem Alter und keinem Schönheitsideal festmachen. Es gibt Frauen, die einen Raum sofort mit ihrer Persönlichkeit füllen – egal ob sie laut oder leise ist. Und ich liebe es, wenn meine Entwürfe es jeder Frau leichter machen, auf diese eigene Art zu strahlen.

Denken Sie auch an Ihr eigenes Leben, wenn Sie entwerfen?

Manchmal. Aber meistens stelle ich mir Frauen vor, die durch Situationen spazieren. Das kann eine Hotellobby sein. Oder eine Podiumsdiskussion vor hunderten von Zuhörern, und ihr Kleid trägt eine kluge Frau durch ihre Rede. Ich arbeite seit 25 Jahren für Frauen und mit Frauen. Wir sind nicht alle gleich, aber gewisse Dinge erleben wir alle ähnlich. Wenn etwas nicht nach Plan läuft – selbst dann hilft ein Kleid, das mit der richtigen Attitüde zu meistern, oder?
Was ist das eigentlich, weibliche Attitüde?

Ein Lächeln kostet nichts! Natürlich gelingt diese Leichtigkeit keiner Frau immer. Aber wenn, dann klappt alles – dann hält der Taxifahrer lächelnd die Tür auf, und am Check-in gibt es ein Upgrade. Allerdings wird Weiblichkeit oft mit
Liebsein, mit Harmoniesucht, dem Hang zu Rüschen und Romantik verwechselt. Dabei braucht eine Frau eine gewisse Geradlinigkeit, um ihre Weiblichkeit zu leben – das gilt für ihre Kleider wie für ihre Gedanken.

Ihr Label trägt jetzt Ihren Namen. Warum war das nicht von Anfang an so?
Ich habe gar nicht darüber nachgedacht. Wahrscheinlich habe ich das intuitiv so entschieden.

So konnte die Kollektion im Mittelpunkt stehen und zu dem werden, was sie heute ist. Und ich wohl auch. Das neue Logo bei der Fashion Show in Berlin zum ersten Mal zu präsentieren, fühlt sich für mich ganz selbstverständlich an. Die Marke ist jetzt 25 Jahre alt. Und ihr Lebensweg lässt sich gut mit dem eines Menschen vergleichen: erste Gehversuche, dann entdeckt man neugierig die Welt, erlebt die ersten Hochs und Tiefs. Mit 25 ist man noch keine 40, aber die Persönlichkeit und die Klarheit, was man will im Leben, sind da. Und gleichzeitig liegt noch so viel vor einem. Das spüre ich auch für die Marke. Wir wissen, wer wir sind, aber es liegt noch viel mehr vor als hinter uns.

Obwohl Ihr Name erst mit der First Part Collection S/S 2015 zum ersten Mal wirklich in Ihren Kleidern stehen wird. Wie fühlt sich das an? Ich weiß, dass ich für die Marke stehe, und bin glücklich darüber. Aber mein Name steht nur stellvertretend für ganz viele Frauen, die so leben und fühlen wie ich – für die Frauen, mit denen ich arbeite und für die, die mein Label tragen.

Viktoria Gisbertz
Senior PR Manager

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SCHUMACHER GmbH
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68169 Mannheim

www.dorothee-schumacher.com

 

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