„Fashion Germany“

Wie man ein Buch (nicht) vorstellt…..
„Fashion Germany“ während der Messewoche im „The Corner“

Zu den zahllosen Veranstaltungen im Rahmen der Fashion Week gehörte auch eine Buchvorstellung, die auf die Vorstellung des Buches weitestgehend verzichtete. „Fashion Germany“ hieß das Werk, aus dem für dergleichen Publikationen gut beleumundeten Prestel Verlag, und geladen dazu wurde in den Shop „The Corner“. Das Zubehör war vollständig, zahlreiche schöne und wichtige -oder eine dieser beiden Eigenschaften mehr oder minder glaubwürdig behauptenden- Menschen kamen, natürlich gab es eine Fotowand mit Sponsorenlogos, und eine Bar mit Drinks für diejenigen, denen es im Gedränge gelang, zu ihr vorzudringen.

Bemerkenswert wurde das Ganze, als zwei Damen und ein Herr die Empore erklommen, um das Wort an die anwesende Menge zu richten und somit den eigentlichen Inhalt des Abends, eben die Vorstellung des Buches, darzubieten. Leider hatte niemand daran gedacht, irgendeine Form der Verstärkung bereitzustellen. So gerieten die Ansprachen zum Stummfilm, man sah, dass dort Menschen sprachen, hören konnte man absolut nichts. Als eine Dame in unserer unmittelbaren Nachbarschaft etwas entnervt „lauter“ brüllte, erhob die zweite Sprecherin (vermutlich die Herausgeberin, sicher konnte man nicht sein…) ihre Stimme tatsächlich soweit, dass hie und da eine vereinzelte Silbe wahrnehmbar wurde.

Vor dem geistigen Auge des enttäuschten Betrachters erscheinen Organisatoren, die fraglos viel Zeit und Mühe auf die Gästeliste, auf das Sponsoring und das gute Aussehen des Personals verwenden. Da ist es anscheinend zu viel verlangt, dass auch so etwas Profanes wie die Verständlichkeit der Ansprachen bedacht wird. Ein Dilettantismus, der sprachlos macht.

Ein Rezensionsexemplar wurde uns nicht angeboten, daher haben wir beklagenswerter Weise auch in dieser Hinsicht keine Möglichkeit, über den eigentlichen Kerngegenstand des Abends auch nur ein Wort zu verlieren. Somit teilt der geneigte Leser immerhin unseren eigenen Informationsstand. Eines war am Ende dann doch zu erfahren: das Buch soll käuflich zu erwerben sein.

Frank B. Halfar für europefashion berlin=

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