Traceability

Transparenz entlang der
textilen Kette

In China bricht das Jahr des Pferdes an und alle blicken nach Fernost. Seit dem Brand in der Textilfabrik in
Bangladesch im vergangen Jahr und der darauffolgenden Medienoffensive, können es sich große Bekleidungsunternehmen und –ketten nicht mehr erlauben, zu produzieren, ohne genau zu wissen wo und zu welchen Arbeitsbedingungen. Die Nachvollziehbarkeit entlang der gesamten textilen Kette, man spricht auch von „Traceability“, spielt eine immer größere Rolle. Selbst der Endverbraucher wird zunehmend durch die Medien für dieses Thema sensibilisiert. Auch wenn der Preis immer noch am Markt entscheidet, rückt Nachhaltigkeit langsam, aber zunehmend in das Bewusstsein der Verbraucher. Nach einer Umfrage der gerade zu Ende gegangenen Berlin Fashion Week sind alle großen Label der Meinung, dass der Produktionsprozess möglichst transparent sein muss und überwacht wird. Denn nicht selten ist dieser aufgrund von vielen verschiedenen Subunternehmen auch für Bekleidungshersteller selbst, im Detail schwer nachvollziehbar.

 

Ein neues Tool von Oeko-Tex kann hier hilfreich sein. Seit Juli 2013 bietet die Zertifizierung „STeP by OEKO-TEX“ Unternehmen der textilen Wertschöpfungskette die Möglichkeit, ihre Produktionsstätten im Hinblick auf den Einsatz nachhaltiger Technologien und sozialer Arbeitsbedingungen von unabhängiger Seite bewerten und zertifizieren zu lassen. Als Ergänzung dazu entwickelt OEKO-TEX momentan eine
Online-Plattform, die es Markenanbietern, Herstellern und Händlern darüber hinaus erlaubt, die Nachhaltigkeit ihrer gesamten Lieferkette anhand von relevanten Leistungsmerkmalen transparent nachzuvollziehen und optimal zu managen. Das neue Tool mit dem Namen „MySTeP“ wird voraussichtlich ab Sommer 2014 im Markt eingeführt. Die Nutzung steht allen interessierten Firmen der
Textilbranche offen, unabhängig von einer bestehenden OEKO-TEX Zertifizierung.
Um auf das MySTeP-Dashboard zugreifen zu können, müssen sich die Unternehmen zunächst für die Plattform registrieren. Abhängig von der Zahl der gewünschten Nutzer, werden verschiedene Lizenz-Pakete angeboten. Nach erfolgreicher Einrichtung eines MySTeP-Kontos können die Firmen STeP-zertifizierte Produktionsbetriebe innerhalb des Systems kontaktieren und um die Freigabe ihrer Daten ersuchen. Die STePBetriebe bestimmen, ob und welche Daten der anfragende Dashboard-Nutzer angezeigt bekommt. Zu diesen gehören beispielsweise die vollständigen Kontaktdaten und die Art der Produktion (Spinnerei, Weberei, Veredlung, Konfektion), die Gültigkeitsdauer der STeP-Zertifizierung sowie das Gesamt-Scoring und die Beurteilung der einzelnen Unternehmensbereiche des Betriebs. Auf Anfrage können die STeP-zertifizierten Lieferanten außerdem zusätzliche Informationen wie den Audit-Bericht des zuständigen Prüfinstituts zur Ansicht freigeben.
Anhand der im MySTeP-Dashboard bereitgestellten Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators, KPI) sind Brands, Retailer und Hersteller in der Lage, ihre Lieferkette entsprechend den eigenen Ansprüchen in Bezug auf Qualität, Effizienz, Umweltfreundlichkeit und sozialer Verantwortung zu verbessern und konsequent an den Anforderungen des internationalen Markts auszurichten. Die verfügbaren Informationen ermöglichen einen gezielten Vergleich von Lieferanten unter nachhaltigen Gesichtspunkten, beispielsweise nach Weltregionen, Ländern, der Firmengröße oder der jeweiligen Produktionsstufe. Die transparente Darstellung der jeweiligen KPIs dient somit als Maßstab, der die Auswahl neuer Lieferanten erleichtert, zugleich aber auch dazu beiträgt, mögliche Risiken in bereits bestehenden Lieferketten zu erkennen und zu beseitigen.

BUs

  • „STePby OEKOTEX ®“ Zertifizierung für
    nachhaltige Produktionsbetriebe der textilen Ketteentwickelt OEKO-TEX® bis zum Sommer 2014 eine neue Online-Plattform für ein transparentes „Supply Chain Management“.
  • DasMySTeP-Dashboard bietet registrierten Nutzern von Brands, Handelsunternehmenund Herstellern die Möglichkeit, auf relevante Kennzahlen (KPIs) in Bezug aufdie Nachhaltigkeit STeP-zertifizierter Produktionsbetriebe zuzugreifen. Dieseschaffen einen Maßstab für den Vergleich und die gezielte Auswahl vonLieferanten sowie zur Ermittlung von Risiken entlang der Lieferkette. Journalistenoffice

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